Donnerstag, 3. September 2015

Urlaubspost #1 The city that never sleeps - auf Krücken!

Hallo meine Lieben,

hier bin ich wieder, seit Montag im Land und heute hat die Schule wieder angefangen. Eigentlich sollte ich im Bett liegen, aber ich kann nicht schlafen, noch voll im Jetlag. Gut, ich tu auch nicht wirklich was dagegen. ;)
Aber nun zum Urlaub, 3 wöchiger Roadtrip. Ich habe beschlossen, dass ich diese drei Wochen in drei Post aufteile. Ja, dass ist viel, aber jeder der mich kennt oder zumindest ein paar Sachen auf diesem Blog gelesen hat weiß, dass ich und das kurzhalten nicht wirklich zusammen passen, von daher probiere ich es gar nicht erst. Der erste Post wird über New York sein, dann gibt es noch einen über Toronto/Niagara Falls/National Parc/Ottawa und der letzte über Montreal.

New York - ich war erst einmal da, wobei schon das eine Mal echt glücklich war. Damals war ich mit der Schule unterwegs, also meiner kanadischen, es war Ende April und das Wetter nicht das beste. Diesmal war ich mit meiner Familie im August unterwegs und das Wetter war super, manchmal sogar ein bisschen zu heiß, immer hin sind wir den ganzen Tag auf den Beinen gewesen.
Sonntag sind wir hin geflogen. In Hamburg durfte ich zusammen mit meiner Familie als erstes einsteigen, dank meiner Krücke. Und sobald ich in London ausgestiegen bin, hat da auch schon ein Rollstuhl auf mich gewartet. In New York sah es genauso aus und es kam sogar noch besser, wir haben dort zwischen verlassen des Flugzeugs und verlassen des Flughafens und eine Stunde gebraucht. Eine Stunde! Mit dem Rollstuhl wurde ich zu einer anderen Schlange geschoben, bei der keiner stand. Fingerabdrücke, Augen scannen (oder doch nur ein Bild? Ich habe mich nicht getraut zu fragen) und fertig war die Sache.
Gewohnt haben wir in Harlem, in einer Wohnung, die wir gemietet haben. Und nein, es war überhaupt nicht gefährlich und nein, ich hatte keine Angst nachts durch die Straßen zu laufen, nur um Fragen vorzubeugen. Am Sonntagabend haben wir außer essen nicht mehr viel gemacht, wir waren ziemlich ko.
Montagmorgen ging es dann nach dem Frühstück zur High Line, eine ehemalige Zugstrecke auf der Güter transportiert wurden. Heute ist es eine Art Park, in dem man einen Teil New Yorks, leicht erhoben, zu Fuß erkunden kann - und es ist wirklich zu empfehlen! Es war echt warm und mein Fuß tat irgendwann extrem weh, aber es hat sich sowas von gelohnt, die Aussicht ist unglaublich und man sich kaum vorstellen, dass all dieses Grün mitten in New York wächst.
All das hat uns wirklich hungrig gemacht, zumindest meine Schwester und mich, also machten wir uns natürlich auf die Suche und haben einen kleinen Markt gefunden, bei dem man verschiedene Sachen essen konnten. Der Hunger war schnell weg.
Danach sind die anderen in ein Museum für Amerikanische Kunst. Ich bin kein wirklicher Kunstfreak und mein Fuß hat echt weh getan, also habe ich vor der Tür das kostenlose WLAN genossen. Und kaum waren sie draußen, ging es auch schon weiter - auf zum Time Square!
Ich habe meinen Traumladen gefunden und nein, ich spreche nicht von H&M oder so, sondern von Hersheys! Es gab sogar eine Abteilung mit Reese!!! Fast hätte ich mir sogar eine orangene Reeseschlafhose geholt, aber nur fast. Und das beste? Meine Schwester und ich waren auf einem der großen Screens! Wir haben nicht mal lange warten müssen, wirklich.
Es ging dann aber auch früh wieder zurück, Jetlag sei dank. Aber früh ins Bett heißt auch früh wieder wach.

Dienstag hat es dann aber natürlich geregnet und wir kamen auf eine Idee, auf die auch viele, viele andere gekommen sind. Auf ins moma, ins museum of modern art. Wie gesagt, ich bin kein Kunstfan, aber es war trotzdem gar nicht so schlecht. Besonders gefallen hat mir die Ausstellung über die Geschichte der Dunkelhäutigen in den USA, bei der es vor allem um Rassismus und die Vertreibung aus dem Süden ging.
Ewig waren wir da und der Hunger, naja er war schon wieder da. Also los, was kleines essen und sofort wieder weiter. Shoppen, zumindest war das der Plan. Letztendlich sind wir in einem Vintagestore gelandet und hatten danach nicht mehr wirklich Zeit für was anderes. Zu Fuß sind wir dann zum Pier gelaufen, um 7pm fuhr ein Touriboot zwei Stunden lang um Manhattan, Sonnenuntergang und Nacht also eingeschlossen. Und es war wirklich schön! Grade die Freiheitsstatue war echt unglaublich, erst im Sonnenuntergang und dann beleuchtet in der Dunkelheit. Gegen 9pm war die Fahrt vorbei und nachdem wir noch eine Kleinigkeit gegessen hatten, ging es zurück.

Mittwoch war dann was anderes, also vom Programm her. Wir haben uns zum 9/11 Tribute Center aufgemacht und wenn ich nur drüber nachdenke, habe ich eine Gänsehaut. Das Tribute Center wurde von Betroffenen aufgebaut und wird auch von ihnen weiter geführt. Betroffene meint Menschen, die in den Türmen waren, die dort jemanden verloren haben, die es gesehen haben und sogenannte First Responders, also Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte. Diese machen auch regelmäßig Touren. Auch wir haben an so einer Führung teilgenommen, gemacht von einer Frau, die ihren Bruder verloren hat und einem Feuerwehrmann, der Familien informiert und unterstützt hat.
Das Memorial ist echt beeindruckend, ein riesiger Wasserfall mit noch einem Wasserfall drinnen - nur schwer zu beschreiben. Am Rand sind die Namen aller Opfer eingraviert, man konnte sogar Freunde nebeneinander eingravieren lassen! Tränen blieben nicht aus.
Völlig geschafft - und um etwas Abstand zu schaffen - haben wir eine Pause gemacht. Der Plan war daraufhin zur Freiheitsstatue zu fahren, aber das haben wir letztlich doch nicht gemacht, da wir um 7pm am Rockefellercenter sein mussten, wir hatten Karten für den Aufstieg. Die Schlange war aber so lang, dass wir es nicht geschafft hätten. Bevor wir zum Rockefeller Center gefahren sind, ging es aber doch noch wohin. Zum Central Park und picknicken. Dann aber ging es zum Top of the Rock, um einen wunderschönen Sonnenuntergang zu beobachten. Die Sterne haben wir dann versucht vom Time Square aus zu beobachten. Hat natürlich nicht geklappt, wer hätte das gedacht. ;) Was ich zu sagen versuche ist, dass wir nachts auf dem Times Square waren und ich muss ja zugeben, dass ich das deutlich schöner finde. 

Der Donnerstag fing früh an, sehr früh. Um 4.30 Uhr. Um 5.00 Uhr sind Papa und ich los zur anderen Seite der Brooklyn Bridge, also runter von der Manhattan Island, um den Sonnenaufgang zu sehen. Nach all den Sonnenuntergängen eine willkommene Abwechslung und obwohl ich so unglaublich müde war, war es wunderschön! Danach sind wir im Morgenlicht über die Brooklyn Bridge zurückgelaufen - und wurden von unzähligen Joggern überholt. Ich sags euch, da muss man vorher irgendwo üben, damit man sich da bloß nicht blamiert.
Geplant war dann ein Frühstück irgendwo in Chinatown oder Little Italy. Geplant. Aber um 8,00 Uhr morgens konnten wir keinen offenen Frühstücksladen gefunden, also gings zurück auf den Broadway und da haben wir dann auch ziemlich schnell Bagels gefunden. Der nächste geplante Punkt, mit meiner Schwester und meiner Mutter treffen und auf zur Freiheitsstatue fahren, hat geklappt. Ellis Island wurde ausgelassen, meine Füße taten zum umfallen weh und auch die Laune war nicht mehr die beste. Also sind meine Mutter und ich nach Hause und mein Papa und meine Schwester sind noch ein bisschen länger unterwegs gewesen. Es wurden nur noch Taschen gepackt und gegessen, Tag vorbei.

Alles in allem waren die fünf Tage ein voller Erfolg. Gut, nicht, wenn es um meinen Fuß geht, der tat unglaublich weh, aber ist ja auch kein Wunder. Frisch verletzt und kein schonen hilft nicht bei der Heilung. Genossen haben ich aber trotzdem und wieder einmal ist der Funke übergesprungen. Ich liebe einfach Großstädte und New York ist eine Stadt, die niemals schläft. Falls ich je in meinem Leben reich werden sollte, dann werde ich zumindest ein paar Jahre in New York leben. Es ist einfach unglaublich schön, auf seine eigene Art und Weise.

Let's go guys!

Auf der High Line

Ja, auch das ist auf der High Line

Times Square!

Kinda busy

Ohh die Krücken, irgendwann wurde ich echt genervt! 

In dem Rollstuhl durchs moma - ein Abenteuer! 

Rockefeller Plaza - da wo sonst der Weihnachtsbaum steht und Schlittschuhgelaufen wird.

Manhattan Skyline vom Boot aus...

... und dann auch noch die Freiheitsstatue...

... und die Brooklyn Bridge...

... und nochmal die Skyline!


Der Peace-Tower, da wo vorher die World Trade Center standen

Das Memorial, bestehend aus den zwei Wasserfällen und den Namen der Opfer
An dem Geburtstag wird eine Rose zum Namen gesteckt.

Das Empire State Building vom Top of the Rock aus.

Mein Traum, bei Nacht! :D

Fifth Avenue leer! Wir haben auf der Straße getanzt! :D Der Grund war leider nicht so schön, ein Autounfall und bald sind die ersten Autos doch wieder über die Straße gerast - Abkürzungen. Aber der Moment war super :D

Die Freiheitsstatue

Grand Central Station!

Den Sonnenaufgang genießen!

Das war dann wie zu erwarten ein etwas langer Post und ich hätte noch so viel mehr schreiben können! Mal gucken, wann ich es schaffe den zweiten Post zu schreiben, ich hoffe auf bald, aber der Alltag hat mich schon wieder eingeholt. 

Vielen Dank fürs Durchhalten! :D 

Liebste Grüße einer immer-noch-seelisch-im-Urlaub-seiende,

Mara <3

Donnerstag, 6. August 2015

Heart Attack Week

Hallo meine Liebsten,

Sonntag geht's los - Ab nach New York!!! 
Und es war bis Mittwoch kurzfristig nicht mal klar ob ich fliegen kann. Am Sonntag habe ich, wie die Tage vorher auch, gearbeitet. Gut, vormittags war ich noch in der neuen Wohnung und habe die Küche eingeräumt. Aber dann bin ich zum Arbeiten gefahren. Kein Ding.
Bis wir abends die Wasserrutsche ausgepackt haben. Alles lief super und obwohl ich einen Linksdrall hatte beim Rutschen, konnte ich nur lachen. Bis ich hingefallen bin. Dann konnte ich nur noch weinen. Ich hatte mir meinen Fuß verdreht.
Mein Kollege hat sich den Fuß ungefähr eine Sekunde angeguckt und meinte, ich solle besser ins Krankenhaus. Gesagt, getan. Eine andere Kollegin fährt mich also hin. Die Ärztin wollte kein Röntgenbild machen, sie wolle mich nicht den Strahlen aussetzen. Nachdem ich dann drauf bestanden hatte, gab es ein Verband, aber nur mit dem Kommentar, dass sie auch manchmal humple und da auch nichts sei.
Also, ab ins nächste Krankenhaus. Röntgenbild. Ich immer noch voll entspannt und super sicher, dass ich noch am gleichen Abend, es war schon 22.00Uhr, zurück zur Arbeit fahren kann. Also wir machen ja dieses Ferienprogramm für Daheimgebliebene inklusive Übernachtungen. Die anderen Betreuer waren natürlich auch da und wollten noch Werwolf spielen. 
Tja, und dann erzählt mir mein Arzt, dass der Fuß angebrochen ist. Der Horror schlechthin. Gips bis zum Knie. Krücken. Nur noch zurück zur Arbeit, um meine Schwester abzusetzen und meine Sachen zu holen. Urlaub und Fliegen. Keine Ahnung? Wir sollen doch mit dem Unfallarzt sprechen.
Montagmorgen hin. Gips ok. Urlaub. Keine Ahnung, wir ziehen die Behandlung vor, kommt am Mittwoch wieder. 
Zwei Tage lang hoffen, dass es doch noch klappt. Mit dem Rollstuhl durch New York? Haben wir eigentlich eine Reiserücktrittsversicherung? Was, wenn wir nicht fliegen können? Einen Koffer werde ich nicht ziehen können!
Mittwoch morgen neues Röntgenbild. Ist das wirklich gebrochen? Ich mach einen Gips um den Fuß, den man abmachen kann, wenn die Schmerzen vorbei sind. Damit kann man auch fliegen. Wiederkommen nach dem Urlaub.

Ich hätte heulen können vor Erleichterung. Ich werde fliegen können, die Reiserücktrittsversicherung hätte eh nichts übernommen. New York wird immer noch schwer, so viel laufen, aber egal. Montreal ich komme!!! 
Die letzten Tage waren also ein bisschen stressig, aber jetzt kann ich in Ruhe meine Tasche packen. Wobei ich noch nicht weiß, in was gepackt wird. Geplant war ein Backpacker-Rucksack. Deutlich am besten, wenn wir so oft die Stadt wechseln. Aber jetzt. Humpelnd? Und es kann niemand meinen Rucksack im Notfall nehmen, alle wollen einen mitnehmen. Aber so ein Koffer ist unhandlich. Mal gucken, was ich nehmen werde. Immerhin komme ich auf jeden Fall ins Flugzeug!

Liebste Grüße einer total-erleichterten,

Mara <3

PS: Der nächste Eintrag wird Kanada-Bilder haben!!! :D :D :D 

Donnerstag, 23. Juli 2015

Sommerferien

Hallo meine Lieben-noch-immer-den-Blog-lesenden,

hier bin ich wieder. Heute ist der erste Tag der Sommerferien und ich konnte das erste Mal seit Ewigkeiten ausschlafen! 
Die letzten Wochen waren echt stressig. Erst war ich auf dem Hurricane, auch wenn das schon etwas länger her ist, dann eine Woche Studienfahrt in Danzig und bis Montag war ich auf dem Deichbrand. Zwischendurch Arbeit, Schule und alles andere, was auch wichtig ist. Kurz, ich bin für den heutigen Morgen/Tag dankbar. Gut, heute Abend bin ich auf einem Geburtstag, aber das ist ja was anderes. ;) 
Ab morgen geht der Stress dann weiter. Sommerfest, Samstag verplant und ab Montag zwei Wochen lang arbeiten. 
Aber dann, in 16 Tagen, steige ich endlich ins Flugzeug. Auf nach New York! Ich freue mich echt unglaublich auf die fünf Tage, die wir, also meine Eltern und meine Schwester, in NYC verbringen. Anschließend weiter nach Toronto, Niagara Falls, Algonquin Parc, Ottawa und dann, in 31 Tagen, Montreal! Ich freue mich so unglaublich auf jeden einzelnen Punkt bei auf dieser Reise, aber natürlich am meisten auf Montreal. Meine Gastfamile und meine Freunde wiedersehen, meinen Eltern die Stadt zeigen. Das alles hört sich wie ein verdammter Traum an und ich glaube es erst, wenn es soweit ist.

Nach den Sommerferien geht es dann ins Abijahr - und der Stress wahrscheinlich erst richtig los. Prüfungen müssen geschrieben und Komitees gegründet werden. Abiball, Abifahrt, Abishirt, Abiwoche, Abistreich, Abibuch und so weiter und so fort, alles muss geregelt werden. Von uns. Da bin ich mal gespannt. ;) 
Und ich werde weiter reisen. Im Herbst geht es wie schon mal erwähnt mich Josie nach London und in den Osterferien will ich gerne alleine weg. Mit dem Zug durch die Benelux-Länder reisen, Städte sehen und lernen. Immerhin habe ich nach den Osterferien ja meine Abiklausuren. Gut, ob der Plan klappt, weiß ich noch nicht genau, aber ich hoffe. 
Die Abifahrt wird auch nochmal eine spannende Sache, ich habe nämlich eher weniger Lust darauf eine Woche zum Saufen wegzufahren. Aber zum Glück habe ich schon Leute gefunden, die auch eher weniger Bock drauf haben. Vielleicht machen wir eine eigene Fahrt :D 
Und danach? Danach will ich ein FSJ in (West)Afrika machen und das Studium im Ausland, soweit das möglich ist. Ihr merkt also, das Ausland zieht immer noch und es wird definitiv noch eine ganze Weile dauern, bis ich bereit bin, nicht mehr so oft zu verreisen. Aber sowieso, noch bin ich jung und habe Zeit. 

Liebste Grüße einer ihr-Leben-lang-im-Reisefieber-steckenden,

Mara <3

Dienstag, 16. Juni 2015

Reunion #3 und die alltäglichen Gefühle

Ein Hallo an die, die immer noch meinen Blog lesen! (Existieren die?)

Wie dem auch sei, willkommen zurück, also eher, ein willkommen an mich. ;)
Reunion die dritte, so sieht's aus. Josie war bei mir! Nathalie nicht, was heißt, dass es eigentlich eher eine kleine Reunion war, aber besser als keine.

Freitagabend kam Josie an und wurde direkt von mir durch die Gegend geschleppt. Ich organisiere ein Festival gegen Rassismus mit (Für alle die im Raum Bremerhaven wohnen, merkt euch den 5. September!) und es gab einen Bandcontest. Naja und die Josie musste also mit. Danach ging es wegen dem guten Wetter an den Deich, wo viele viele andere auch schon waren. Irgendwann wurde es doch zu kalt, also sind wir mit meiner besten Freundin und ein paar anderen in eine Kneipe gegangen und haben uns erfolgreich aufgewärmt. Später dann sind wir todmüde ins Bett gefallen, es gab nicht mal den Standard-Wir-Reden-Weiter-Obwohl-Wir-Schon-Gute-Nacht-Gesagt-Haben-Talk! Wir waren also sehr, sehr müde. 

Am nächsten Tag, naja nach dem Ausschlafen, haben wir erstmal nichts gemacht. Gut, vielleicht ein bisschen... Wir fliegen Ende Oktober nach London!!! Die Idee hatten wir schon länger, Teil eines Geschenkes von Josie, und nachdem wir ewig nicht darüber geredet haben, tadaa es wurde gebucht. Flug und Übernachtung! Einfach ein Traum!
Wir werden montags abends hinfliegen und samstags morgens wieder zurück. Die Zeit über werden wir bei einem Pärchen schlafen, die ein Zimmer an Leute günstig vermieten. Darauf freue ich mich einfach unglaublich, weil ich glaube, dass das echt spannend wird. Mein Papa hat ein bisschen Angst, dass es die Wohnung am Ende nicht gibt, aber wozu gibt es sonst im Notfall die Deutsche Botschaft? Also ist die Panik bei mir - noch - nicht so groß. :D
Abends sind wir dann zur langen Nacht der Kultur aufgebrochen, eine Tradition bei uns in der Stadt. Einen Abend/Eine Nacht lang gibt es verschiedenste kulturelle Angebote verteilt auf die ganze Stadt. Neben einer Tanzchoreo von Flüchtlingen zusammen mit Ehrenamtlichen, zwei Chören, einer Musikaufführung von Schülern und einem Verkauf unseres Stadttheaters von alten Kostümen, ging es dann zu meinem persönlichem Highlight.
Am nächsten Tag, Sonntag, musste Josie leider schon wieder weg. Aber bald sehen wir uns ja wieder, am Flughafen! 
Und bei der nächsten Reunion darf Nathalie nicht fehlen, und Annika auch nicht!

Und sonst, das Leben? Es läuft. Es läuft eigentlich sogar richtig gut! Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht doch was zu tun habe und darüber freue ich mich echt. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich machen soll, wenn ich mal einen Nachmittag Zuhause bin. Meine Eltern sind ein bisschen genervt, weil oft das Abendessen leiden muss, aber es geht schon. Und trotz allem ist Canada immer noch präsent. Jedes Mal, wenn ich Canada oder Montreal höre, spitze ich meine Lauscher. Meine Kanadaflagge und die Schuluniform mit Unterschriften hängt über meinem Bett und erinnert mich jeden Morgen und jeden Abend an mein großes Abenteuer. 
Mein Scrap-Book, na gut, es ist immer noch nicht ganz fertig. Schande über mein Haupt! Dafür arbeite ich fleißig an einem Fotoalbum. Ich habe beschlossen, dass es sinnvoller ist als nur einfach Bilder an meiner Wand, weil ich es mitnehmen kann. Ich bin nämlich fest entschlossen nächstes Jahr ein FSJ im Ausland zu machen und wenn alles klappt, dann auch das komplette Studium! Aber mal gucken was daraus wird. ;)

Und ein Funfakt am Rande, Josie und ich haben nur 3 Bilder zusammen gemacht. Nur 3! In Kanada haben wir ungefähr 3 pro Stunde gemacht. Aber so ändert sich alles. ;)


Eins bekommt ihr trotzdem zu sehen. Das war bei dem Verkauf, wir haben Hüte probiert. Und ja, ich habe eine Brille. Ich hatte schon immer eine, nur bevorzuge ich Kontaktlinsen. 

Bis zum nächsten Mal meine Lieben! Hoffentlich etwas eher.

Liebste Grüße,

eine-sich-immer-noch-über-jede-Canada-Kleinigkeit-freuende,

Mara <3

PS: 53 Tage bis New York und 67 bis ich wieder nach Hause komme, in mein geliebtes Montreal!

Montag, 12. Januar 2015

#JeSuisCharlie

Hallo Leute!

Hier bin ich mal wieder, mit einem alles anderen als schönen Thema. Bestimmt wisst ihr schon was der Hashtag JeSuisCharlie bedeutet. 
Am Mittwoch - 7.01.2015 - gab es einen Anschlag auf die französische Zeitung Charlie Hebdo bei dem 12 Menschen starben, darunter 4 der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Viele Weitere wurden verletzt. Die Attentäter konnten fliehen und in Paris wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen.
Später nahm ein weiterer Täter, der vorher eine Polizistin erschoss, Geiseln in einem jüdischen Supermarkt. Wieder starben Menschen.

Aber mir geht es nicht um genaue Fakten. Ich finde es einfach nur grausam, dass es Menschen gibt die andere Menschen umbringen. Einfach so. Ja, Charlie Hebdo ist eine satirische Zeitung die Karikaturen veröffentlicht die unter anderem Islamisten kritisch gegenüber stehen. Das ist aber keine Rechtfertigung für irgendwas! Es gibt die Meinungs - und Pressefreiheit und auch wenn sie nicht immer fair ist und manchmal weh tut, sie ist etwas Gutes! Bei den Karikaturen geht es nicht um eine allgemeine Kritik am Islam, sondern um Kritik an den Menschen, die Religionen zu einem anderen Zweck missbrauchen. 
Die Attentäter meinen sie seien religiöse Menschen. Aber keine Religion der Welt ist eine Entschuldigung Menschen umzubringen, denn keine Religion unterstützt so etwas. 
Und warum berüht uns es, wenn knapp 20 Menschen in Paris sterben, mehr als die 1000en vonn Menschen die zur gleichen Zeit in Nigeria von einer islamistischen Sekte umgebracht werden? Warum verleitet mich das nicht dazu einen Blogeintrag zu verfassen, auf einer Seite, die eigentlich mit dem Thema zumindest direkt nichts zu tun hat?
Weil es nicht auf einem anderen Kontinent ist. Weil Paris nicht weit entfernt ist. Weil ich von Bremen nur 45min fliegen muss um in Paris zu landen. Weil mit dieser Tat bewusst unsere Meinungs - und Pressefreiheit angegriffen wurde. 
Deswegen. Das macht die andere Tat nicht weniger brutal (Mal abgesehen davon, dass der nigerianische Präsident sein Mitleid an Paris gerichtet hat und die Opfer seines eigenen Landes nicht erwähnte.) aber schiebt sie doch - ob gerecht oder nicht - in den Hintergrund. 
Darüber wollte ich aber eigentlich auch nicht direkt schreiben. Sondern darüber wie wir meiner Meinung nach reagieren sollten. Ich finde es falsch, wenn man sich der Angst beugt und genau das macht, was die Attentäter erreichen wollten. Wenn wir jetzt aufhören unsere Meinung zu sagen, auch wenn sie kritisch ist, dann ist meine Frage wofür die Karikaturisten und weitern Mitarbeiter von Charlie Hebdo gestorben sind. Auch wenn es brutal ist, aber wir können uns die Freiheiten, für die wir so lange kämpfen mussten, nicht einfach weg nehmen lassen. Es ist jetzt wichtig, dass wir alle zusammen halten und es erfüllt mich mit Freude zu sehen, dass das grade in Frankreich passiert.
Leider gibt es auch immer andere Stimmen. Marine Le Pen, die Vorsitzende der Rechten Partei in Frankreich, fordert jetzt die Todesstrafe und eine neue Einwanderungspolitik. Die Todesstrafe bei Selbstmordattentätern. Eine neue Einwanderungspolitik, wenn die Täter in Frankreich geboren wurden und auch die Französische Staatsbürgerschaft besitzen. Politik die nichts bringt, aber Symbolkraft hat.
Solche Attentate sind schwer zu verhindern, keine Frage. Aber warum kommt es soweit? Ist es nicht unsere Pflicht als Gesellschaft dafür zu sorgen, dass diese Menschen gar nicht erst so einen Hass entwickeln? Warum gibt es Menschen, die zwischen zwei Kulturen gefangen sind? Genau das müssen wir verhindern. Ein Weg in die richtige Richtung ist die Integration. Eine richtige Integration. Das wird Zeit und Geld kosten. Aber Menschenleben sind doch unzahlbar oder? Und wir müssen verhindern, dass mehr Menschen aus solchen absurden Gründen sterben. Da ist die Politik gefragt, aber auch die Bürger.
Grade jetzt geht es darum Zusammenhalt zu zeigen (Ein Dank an all die Anti-Pegida-Demonstrationen!) und sich nicht Bewegungen wie der Pegida anschließen und damit die Menschen mit dem Hass noch weiter in die Ecke zu drängen. Wir müssen zeigen, dass wir stärker sind. Mit Worten und einen Stift und nicht mit Waffen. Hinzu kommt, dass die Pegida absolute Heuchler sind. Vor einer Woche zählte Charlie Hebdo noch zur "Lügenpresse" und heute benutzen sie die Toten als Vorwand um ihre Forderungen durchzusetzen und zu behaupten, dass sowas ohne sie nie passiert wäre.

Puuhh. Ihr merkt, mir geht das Thema ziemlich nah und ich könnte noch ewig darüber schreiben! Letztendlich finde ich das Attentat schrecklich und es macht mir Angst, dass es plötzlich doch so nah ist, bin aber der Meinung, dass diese Angst uns nicht kontrollieren sollte! Wir haben einen Meinungs - und Pressefreiheit und die müssen wir verteidigen - mit Worten statt mit Waffen.
Egal, ich wiederhole mich. Es tut mir leid, dass der Post doch noch so lange geworden ist, aber ich will kein Wort ändern. Noch ein paar Karikaturen die ich echt gut finde, dann bin ich auch weg, keine Angst. ;)

Verbeugung vor den Opfern der Anschläge


Die für mich bis jetzt beste Karikatur

Oder die...

Oder halt auch die...

Liebste Grüße einer erschütterten-aber-sich-nicht-unterkriegen-lassen-wollenden,

Mara <3

Dienstag, 6. Januar 2015

Reunion - Klappe die Zweite

Hallo Leute!

Lange habe ich mich ja nicht mehr gemeldet, aber es gab auch nicht wirklich was zu berichten. Jetzt schon! Und all diejenigen die es lesen, viel Spaß dabei!

Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt hatte, aber ich habe mich mit Josie und Nathalie getroffen - in Wien. 
Am 1.1. haben Josie und ich uns in Hamburg getroffen um dann gegen 21.00Uhr den Nachtzug nach Wien zu nehmen. Eine... ähh interessante Erfahrung, hahaha. Wir sind arme Schüler und da die anderen Tickets so teuer waren haben wir einen Sitzplatz genommen. Ja, einen Sitzplatz. Es ist alles andere als gemütlich 12 Stunden auf so einem Sitz zu verbringen. Insgesamt habe ich vielleicht 2 Stunden geschlafen. Stundenlang habe ich die richtige Sitzposition gesucht - und nicht gefunden.
Mehr oder weniger frisch sind wir dann morgens in Wien angekommen und nach einem kleinen Frühstück und ein wenig frisch machen ging es dann los. Sightseeing (und shoppen) in der Stadt. Zum Mittag gab es dann schön wienerisches Essen, natürlich! Leider hat es in der Zeit angefangen in Strömen zu regnen, sodass wir noch schnell Souvenirs geholt und uns dann auf den Weg zurück gemacht haben. Aber natürlich nicht ohne in einem exklusiven Café eine Sachertorte zu kaufen.
Abends haben wir den Tag mit der Torte und Filmen ausklingen lassen.
Am nächsten Mittag sind wir mit Nathalies Familie Essen gewesen. Ihre Schwester war nämlich für 2 Monate weg und grade für zwei Tage zu Besuch bevor sie wieder weiter gefahren ist. Zu ihren Ehren sind wir Essen gegangen und da hat Nathalies Mama uns eingeladen - ur lieb (wie man in Wien so schön sagt). Es gab Sri Lankisches (sagt man das so?) Essen. 13 Gänge. Natürlich immer kleine und es war unglaublich gut, aber irgendwann war ich so unglaublich voll! Glücklicherweise konnte ich mich trotzdem noch bewegen. Für das Essen haben wir auch knapp vier Stunden gebraucht, weswegen wir uns am Nachmittag entspannt fertig gemacht haben um dann abends noch Wien bei Nacht kennenzulernen. Dabei waren noch ein paar Freunden von Nathalie dabei und es war ur schön! 
Leider ist dann auch schon der letzte Tag angebrochen, der Sonntag. Morgens sind wir früh aufgestanden - auch wenn es eine Qual war - damit wir um 10.00Uhr pünktlich bei der Spanisches Hofreitschule zum Morgentraining sein konnten. Ja Spanische Hofreitschule. Dort treten Pferde auf und da wir kein Geld haben für die richtigen Vorführungen musste es das Training machen. So unglaublich toll war es jetzt auch nicht. Ich mein, uns hat es gefallen, aber eine Stunde hat gereicht. ;)
Nachdem Training sind wir zum Prater gefahren. Ein Park, bei dem es auch einen Teil ist der so wie ein Freizeitpark aufgebaut ist. Mit dem berühmten Riesenrad. Und natürlich sind wir auch damit gefahren. Und auch trotz nicht so tollem Wetter waren wir bei weitem nicht die einzigen! Es war echt toll und auch ich mit meiner Höhenangst konnte es genießen. Gut, dann hat die Gondel angefangen zu wackeln. Und ein Fenster war locker und mit dem Wind war es dann beängstigend. Logischerweise war ich dann auch echt glücklich, als die Fahrt vorbei war und ich auf festem Boden stand.
Das hat dann aber nichts daran geändert, dass wir am Nachmittag auf den Cobenzl gefahren sind, einem Berg mit Aussicht. Wobei wir über die Definition von Berg diskutiert haben. Für Josie und mich - Waschechte Norddeutsche - war das defintiv ein Berg. Für die Wiener eher weniger. Aber das hat an der Aussicht nichts geändert. Und auch nichts daran, dass die Frittatensuppe und Kaiserschmarrn extrem gut waren. 
Frittatensuppe ist einfach Brühe mit sowas wie Pfannkuchen drinnen. Kaiserschmarrn besteht irgendwie auch aus Pfannkuchen - da ist dann aber natürlich was anderes bei. 
Und weils unser letzter Tag war mussten wir dann Abends auch in den Zug. Diesmal gegen 21.00Uhr. Und statt Sitzplätze waren wir in einem Liegeabteil mit vier anderen. Das war deutlich gemütlicher und ich habe viel, viel mehr geschlafen. Morgens wurden wir mit einem Frühstück geweckt und so waren bei der Ankunft in Hamburg wesentlich frischer als bei der in Wien.

Insgesamt war es unglaublich toll! Es ist schön zu wissen, dass wir drei uns immer noch so gut verstehen und die gleichen Erinnerungen teilen. Klar, jede von uns hat ihr eigenes, ganz persönliches Abenteuer erlebt, aber wir anderen waren live dabei. Also wissen wir auch, wovon die andere spricht, wenn es um Fernweh (Oder doch Heimweh?) oder ähnliches geht. Und es ist schön zu wissen, dass uns der Abstand nichts tut. Immerhin haben wir in Montreal fast jedes Wochenende was zusammen gemacht und hier... naja aufgrund der Entfernung geht das halt nicht. 
In den Tagen hat mich unglaublich viel an Kanada erinnert wie schon lange nicht mehr. Ich lebe hier in Deutschland und auch wenn Kanada für immer in meinem Herzen sein wird und ich noch Kontakt nach Kanada habe ist es hier eben doch anders. Und nicht jeder hat Verständnis für das, was ich denke und fühle. Ich kann das natürlich nach vollziehen und weiß, dass ich manchmal nerve, aber das ist das neue ist. Und Leute um einen zu haben, die das zu 100% verstehen ist einfach toll!

Spanische Hofreitschule!

Das Riesenrad im Prater!

Und wir im Prater...

Und wir in der Bahn, der alten traditionellen - versteht sich.

Sachertorte

Kaiserschmarrn

Und die Aussicht auf Wien!

Almdudler, gibt's bei uns im Norden nicht. ;)

Sehr ihr die Kleine da unten? Das bin ich!


Girls Night Out - Zwischenstop bei Mecces!

Stefansdom - und mein einmaliges Talent auf jedem, aber wirklich jedem Bild die Spitz abzutrennen!

Prater Eingang - Like You Don't Say


Vom Riesenrad aus.

Und wieder mal die Aussicht!
Ja das war dann mal wieder ein langer Post - ohne Absicht - aber es wird ja so schnell nichts mehr geben. Spätestens im Sommer, wenn ich wieder mal in Kanada war! :D
Oh man, ich lach mich selber grade aus. Von wegen letzter Post, ich kann es doch nicht lassen zu schreiben!

Ach und Frohes Neues

Liebste Grüße einer frisch-ins-neue-Jahr-startenden-und-gespannt-auf-alles-neues-seienden,

Mara <3